Angedacht

Mon, 09 Jan 2023 09:44:57 +0000 von Anne Mika

Wieder ist ein Jahr zu ende gegangen. 
Ein Anlass zurück zu blicken auf das was gewesen ist. Was ist schief gegangen? Was ist geglückt? 
Manche Monate sind wie im Fluge vergangen. Andere zogen sich erstaunlich lange hin. 
Zeit ist relativ. Für mich vergeht sie immer dann schneller, wenn ich viel zu tun habe. In der Rückschau kommt die Frage auf: „Kann ich zufrieden sein mit dem was ich geschafft habe?“ 
Woran mache ich überhaupt fest, ob etwas zufriedenstellend verlaufen ist? 
Der Spruch für die vergangene erste Januarwoche stammt aus dem Hebräerbrief. Beim nachlesen blieb ich gleich an den vorausgehenden Versen stecken, die da lauten: 
„Haltet fest an der geschwisterlichen Liebe. 
Vergesst nicht die Gastfreundschaft, 
denn durch sie haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt. Gedenkt der Gefangenen. 
Haltet eure ehelichen Beziehungen in Ehren. 
Führt ein Leben ohne Geldgier. 
Begnügt euch mit dem Vorhandenen, denn Gott hat uns zugesagt: 
„Ich werde dich nicht aufgeben und ich werde dich nicht verlassen“. 
Daher sagen wir zuversichtlich: 
„Gott hilft mir, ich werde mich nicht fürchten. Was können mir Menschen antun?““
Das ist doch ein guter und hilfreicher Maßstab, finde ich. 
Immer wieder berufen sich Menschen auf die sogenannten christlichen Werte. Ja, selbst Menschen, die aus der Kirche austreten betonen gerne und oft, dass sie trotzdem an den christlichen Grundwerten festhalten wollen. Diese Grundwerte jedoch genau zu benennen, fällt vielen schwer. Nächstenliebe wird in diesem Zusammenhang oft bemüht oder die 10 Gebote genannt. 
Mir erscheint die Liste aus dem Hebräerbrief da jedoch deutlich konkreter. Auch hier lautet die Überschrift Nächstenliebe. Dann Gastfreundschaft, verantwortungsvoller Umgang mit dem Lebenspartner, der Lebenspartnerin. Keine Gier, sondern Genügsamkeit. Und schließlich Gottvertrauen. 5 Punkte. Einfach abzuzählen an einer Hand. Solche Listen mag ich. Ich nenne sie ein Taschenevangelium. Kurz und knapp drückt es meine christliche Lebenshaltung aus. Diese Werte werden nie an Aktualität verlieren. Sie sind heute so gültig wie vor 2000 Jahren und werden es auch in Zukunft bleiben. Sie sind unser Anleitung dafür, wie wir auf dieser Welt das Himmelreich anbrechen lassen können. Es geht auf wie ein Samenkorn. Verborgen im Kleinen. In unseren individuellen Leben. Und wenn wir es pflegen, dann wird es Wachsen. Wie im Gleichnis vom Senfkorn, dass einen großen Baum hervorbringt in dessen Schatten sich alles Leben in Frieden ausruhen kann. Das braucht Zeit und Geduld. Wir Menschen sind leicht zu frustrieren, wollen schnelle und unmittelbare Ergebnisse unserer Bemühungen sehen. Wenn diese nicht eintreten, dann geben wir schnell auf. Reden uns ein: „Das macht doch eh alles keinen Sinn. Die Welt ist wie sie ist und wird sich niemals ändern.“ Nein, von allein änderst sich die Welt nicht. Das ist unsere Verantwortung. Gott hat uns Menschen das Potential dazu gegeben. Wir haben ein Verständnis von Gut und Böse. Wir können unterscheiden zwischen guten Werten und schlechten Ratgebern. Wir haben die Macht das Taschenevangelium anzuwenden in unserem Leben uns dagegen zu entscheiden. Unsere Verantwortung! 
Gottes Versprechen an uns bleibt immer gleich. „Du kannst das und ich zeige dir wie!“ 
Auf Gott ist Verlass. Gestern, Heute und Morgen. 
Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ (Hebräer 13,8)
Amen. 


Ein frohes, gesundes und gesegnetes neues Jahr wünscht euch, eure Pfarrerin Anne Mika. 
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